Meinungen zu Teampseak 3 – die andere Seite

26.11.2009 18:51 Uhr 11 Kommentare

Nachdem ich neulich einige Meinungsäußerungen von Sponsoren über Teamspeak, insbesondere über das neuen Lizenzsystems, veröffentlicht habe, möchte ich in diesem Beitrag aus einer anderen Warte berichten. Ich habe nämlich, und dafür bin ich dankbar, einige Mails mit Ralf von Teamspeak Systems austauschen können, die für mich das neue Lizenzmodell (noch mehr*) nachvollziehbar machen.

aus der Vergangenheit

Wir alle stell(t)en uns natürlich die Frage, warum es denn zukünftig keine Sponsoren mehr geben sollte; unterstellt wurde Geldgier, was ich persönlich aber nie richtig glauben konnte.
Doch es ist tatsächlich Geld um welches es bei dem neuen Modell geht – aber auch viel mehr!

Fall 1) Einige von uns erinnern sich vielleicht an einen Sponsor, der vor längerer Zeit dazu berechtigt war mehr Teamspeakserver zu vergeben als andere. Dieser Hoster tat dies eine lange Zeit auch kostenlos. Irgendwann dachte man sich aber, dass man auch „Premiumserver“ gegen Geld vermieten könnte. Ich finde es eigentlich gar nicht schlimm, wenn jemand gleichzeitig kostenlose Server (über die NPO Lizenz) anbietet und gleichzeitig Server vermietet, die dann über die ATHP-Lizenz abgerechnet werden. Doch bei besagtem Hoster war man der Meinung, dass man nicht alle gegen Geld vermietete Server über die ATHP-Lizenz abrechnen müsse, sondern, um Kosten zu sparen, auch einfach über die NPO Lizenz…

Fall 2) hier geht es um eine einzelne Person, die mit verschiedenen Domains immer wieder versuchte Projekte im Bereich Teamspeak aufzubauen. Dabei wurde nicht nur regelmäßig Urheberrecht verletzt, sondern die Person hielt es für ihre Aufgabe Verstöße seitens NPOs – ob nun vorhanden oder ausgedachte – bei Triton zu melden. Mehrfach, so wurde mir erzielt, versuchte diese Person auch Lizenzen zu übernehmen. Mal mit wohl durchaus tragbaren Begründungen, meist aber ohne eine solche – mit fiesen Tricks (etwa der Behauptung, dass ein Sponsor die Server vermieten würde – inklusive Fakerechnung – wie soll man da als Sponsor bloß das Gegenteil beweisen..).

Zuletzt verschickte die Person Briefe, die den Anschein erweckten von Teamspeak Systems zu stammen – mit Namen, Logo und sogar der Nennung eines namenhaften Anwaltes, der selbst nichts von dieser Gegebenheit wusste.

Geendet hat es, so hörte ich, mit einer Unterlassungserklärung.

Fall 3) in diesem Fall ist ein NPO auf die Idee gekommen, nachdem man bereits sehr viele Kunden gesammelt hatte, auf ATHP umzusteigen und die Server zu vermieten.

Dies sind drei Fälle, über die ich recht genau bescheid weiß. Dass Teamspeak Systems von diesen Angelegenheit nicht beeinflusst wäre, braucht man gar nicht mehr hinterfragen. Im ersten Fall wurde massiv das Lizenzsystem hintergangen, in Fall zwei ist die Tragweite kaum auszumalen. Dass beim Dritten der Sinn und Zweck der NPO Lizenz hintergangen wurde, und dass hier möglicherweise sogar unlauterer Wettbewerb praktiziert wurde, sind nur Aspekte neben der moralischen Beschaffenheit.

Und heute?

Nun könnte man ja meinen, dass diese Fälle vernachlässigbar wären – schließlich gibt es ja immer mal Ärger mit irgendwem. Doch, wie mir Ralf eröffnete, stand man sehr regelmäßig mit Polizei, Staatsanwaltschaft und den verschiedensten Leuten in Verbindung – nicht nur in den o.g. Fällen, sondern in verschiedenen Konstellationen:

mit NPOs haben wir schon alles erlebt, von Betrug, Urkundenfälschung bis hin zu Bombendrohungen und Selbstmord. Das alles nicht einmal im Jahr, einmal im Monat, sondern wirklich fast jede Woche.

Ich möchte meinen, dass meine Blumen nicht so oft gegossen werden – und damit möchte ich das nicht ins lächerliche ziehen, sondern einfach mal vor Augen führen wie krass, wie aussagestark dieses Zitat ist. Stellt euch mal vor was wäre, wenn allein einmal im Monat eine Diskussion mit irgendwelchen Leuten anstände, die sich nicht an Regeln halten, die ihr zu guter Recht aufgestellt habt. Hier wiegt die Situation jedoch bedeutsam schwerer.

Zurück zu den Kosten: Fragt man sich nun gerne was hier so viel kosten würde. Zum einen waren es die nicht gezahlten Lizenzgebühren. Diese wiegen allerdings nicht so schwer wie die regelmäßigen Anwaltshonorare. Gerade bei Fall 2 möchte ich einfach mal unterstellen, dass Teamspeak Sytems diese selber tragen musste – entweder aus „Kulanz“ oder, weil einfach bei der Gegenpartei kein Geld vorhanden war. Zu dem kommt die Zeit, die in all diese Situation investiert werden musste. Wer bereits nur einmal mit Polizei oder Gericht zu tun hatte weiß, wie zeitfordern die Kommunikation mit diesen sind; vielleicht liegt hier auch eine Begründung, warum sich die Veröffentlichung von Teamspeak 3 verzögert hat…

Auf eine Sache möchte ich nun noch hinweisen. Teamspeak Systems war nach eigenen Angaben durchaus bereit die Probleme zu klären. Sogar ein persönliches Treffen habe stattgefunden – mit dem Resultat, dass einige Wochen später auch die Staatsanwaltschaft Interesse an einem persönlichen Gespräch hatte.

Was bleibt

Angesichts dieser Aspekte ist es verwunderlich, dass es zukünftig „keine“ NPOs mehr geben wird.

Die Probleme, die durch diese Art von Lizenz (NPO) geschaffen werden, sind so erheblich, dass sie nicht mehr tragbar sind. Dabei ist die Schuld nicht bei Teamspeak Systems oder Triton zu suchen, sondern viel mehr bei den Hostern, die nicht verantwortungsvoll genug gewesen sind das Privileg angemessen zu tragen.

Viele von denen die nun heulen und ein auf Unschuldig machen, sind genau diejenigen, die Jahre lang den Bockmist verzapft haben.

Nochmals möchte ich darauf hinweisen, dass das Sponsoring nicht komplett abgeschafft wird und weiterhin möglich ist! Es ist nicht komplett vorbei mit Solidarismus. Ich habe es bereits ausgeführt.

*: da mir die oben genannten Fälle bereits lange bekannt sind, konnte ich Ahnen, dass die Abschaffung der NPOs auch damit in Zusammenhang steht.

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